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Mit den Energy Charts des Fraunhofer ISE haben wir den Zoomfaktor verkleinert und einen Vergleich der Netto-Stromerzeugung der vergangenen zehn Jahre, von 2009 bis 2018, durchgeführt. Dabei traten erstaunliche Ergebnisse zu Tage:

Nettostromerzeugung in Deutschland: Was hat sich in den letzten 10 Jahren getan?

Kleine Veränderungen fallen oftmals bei einmaligem Hinsehen nicht besonders ins Auge. Ereignen sich jedoch viele kleine Veränderungen über einen langen Zeitraum, können diese einen gewaltigen Unterschied machen.

Daher haben wir mit den Energy Charts des Fraunhofer ISE den Zoomfaktor verkleinert und einen Vergleich der Netto-Stromerzeugung der vergangenen zehn Jahre, von 2009 bis 2018, durchgeführt. Dabei traten erstaunliche Ergebnisse zu Tage [Screencast am Ende des Beitrags]:

  • Die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt, von 18,5 Prozent auf 40 Prozent.
  • Gleiches gilt für die Stromerzeugung aus Windenergie: Von nur 8 Prozent in 2009 stieg der Anteil auf 20 Prozent in 2018. Damit ist Wind derzeit die stärkste Quelle der Erneuerbaren Energien. (2002 waren es nur 2,2 Prozent)
  • Bei der Solarenergie konnte ebenfalls ein deutliches Wachstum von einem auf 8,4 Prozent verzeichnet werden. Auch wenn dies ebenfalls ein guter Erfolg ist, würde das deutsche Energiesystem von einem höheren Anteil an solarer Erzeugung profitieren. Dies zeigte sich beispielsweise im »Jahrhundertsommer« 2018: Der Anteil an erneuerbaren Energien lag in den Sommermonaten deutlich unter dem Jahresdurchschnitt, da es wenig Wind gab und die Flüsse warm waren. Dies führte dazu, dass konventionelle Kraftwerke nicht mehr ausreichend gekühlt werden konnten und die niedrigen Pegelstände zu Transportengpässen bei Steinkohle führten.
    Unter diesen Rahmenbedingungen wäre Solarenergie die optimale Energiequelle. Allerdings ist die derzeit installierte Leistung zu klein, um – trotz optimaler Witterungsbedingungen – die Ausfälle bei anderen Quellen kompensieren zu können.
Anteil verschiedener Energieträger an der Nettostromerzeugung in Deutschland im Jahr 2009.
Anteil verschiedener Energieträger an der Nettostromerzeugung in Deutschland im Jahr 2009.
Anteil verschiedener Energieträger an der Nettostromerzeugung in Deutschland im Jahr 2018.
Anteil verschiedener Energieträger an der Nettostromerzeugung in Deutschland im Jahr 2018.

 

  • Die Stromerzeugung aus Erdgas halbierte sich von 11 Prozent in 2009 auf 5,5 Prozent in 2015. Seit 2016 hat sich der Anteil bei ca. 8 Prozent stabilisiert.
  • Die Zuwächse bei den erneuerbaren Energien haben den Rückgang der Kernenergie von 25 Prozent auf 13,3 Prozent Anteil an der Nettostromerzeugung in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren komplett kompensiert. (2002 waren es noch 30,9 Prozent)
  • Die Braunkohle als schmutzigste Energiequelle hat sich gegen alle Konkurrenz gehalten. Grund dafür sind die niedrigen Preise für die CO2-Zertifikate. Durch die geringen Produktionskosten haben sich die Exportüberschüsse von 12 TWh in 2009 auf 50 TWh in 2017 und 2018 erhöht.
  • Der Anteil der Stromerzeugung aus Steinkohle ging von 18 auf 13,4 Prozent zurück. Sie konnte sich gegenüber der Braunkohle nicht behaupten, obwohl sie geringere Emissionen aufweist, schneller regelbar ist und dadurch im gesamten Energiesystem eine bessere Ergänzung zu den erneuerbaren Energien darstellt.

Die Entwicklungen der letzten zehn Jahre haben wir in einem Video zusammengefasst…

Netto-Stromerzeugung in Deutschland: Was hat sich in den letzten 10 Jahren getan?

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Genauer unter die Lupe nehmen kann man dieses Thema und viele andere Daten und Fakten auf der Seite Fraunhofer ISE »Energy Charts«.

 


Beiträge zum Thema »Energy Charts«:

Bruno Burger

Bruno Burger

Prof. Bruno Burger arbeitet als Abteilungsleiter »Neue Bauelemente und Technologien« am Fraunhofer ISE

Er hat an der Universität Karlsruhe Elektrotechnik studiert und dort promoviert. Seit 2001 arbeitet er am Fraunhofer ISE, wo er die Abteilung Leistungselektronik aufbaute und bis 2013 leitete.
Seit 2011 beschäftigt er sich mit der Visualisierung von Energiedaten und betreibt seit 2014 die Seite energy-charts.de, auf der stündlich aktualisierte Energiedaten in Form von attraktiven Grafiken zur Verfügung gestellt werden.

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